Fotolia_2612068_Benedikt_von_Nursia_793x_.jpgHeiligenkalender_Benedikt_Nursia_01.jpg

"Mein Glaube ist bunt!" - Judas, wer war das?

„Mein Glaube ist bunt!“ - Unter diesem Oberthema stand ein Abend des Frauentreffs in der Fastenzeit. Im Vorfeld hatte sich die Gruppe dafür entschieden, sich mit der Person des Judas Iskariot, des Jesusverräters, zu beschäftigen. Dies allerdings nicht in gewohnter Form mittels eines Vortrages, sondern kreativ, indem die Frauen nach einem inhaltlichen Impuls ihre Gedanken zu Judas mit Farbe in ein Bild umsetzten. Eine Frage dabei war, ob niedere Beweggründe Judas zum Verrat motivierten oder vielleicht doch ein tiefer Glaube an die Macht des Messias, der als ein solcher nicht am Kreuz sterben, sondern die Macht an sich reißen würde.

Dieser Abend war nicht dazu gedacht, beeindruckende Kunstwerke entstehen zu lassen, sondern die jeweiligen Gedanken und Impulse in Farbe ganz frei umzusetzen. Alles war erlaubt. Heraus kamen völlig verschiedene Bilder, die jeweils ganz eigene Gedanken spiegeln. So wurde deutlich: Unser Glaube ist bunt! Er hat selbst in einer einzigen Person viele verschiedene Facetten und Tiefen.

Zu Judas I:

Zu Judas fallen der Malerin verschiedene Begriffe und Bilder ein. Der Verrat, der sich als Geheimzeichen gerade eines Kusses bedient, die Gier nach dem Judaslohn, Trauer über diese Entscheidung und die Fragen, die offenbleiben. Warum der Verrat an einem Freund?

 

Zu Judas II:

Steckt nicht in jedem von uns ein Judas? Eine Person mit zwei Seiten? Einer dunklen und einer hellen bzw. bunten? Das waren Fragen, die diese Malerin umsetzte. Der weiße Streifen in der Mitte symbolisiert den Grad, auf dem wir wandeln und auf dem wir immer wieder gefordert sind, uns für eine Seite zu entscheiden. Überwacht von den Augen der Mitmenschen, die uns nach ihren Maßstäben beurteilen.

 

Zu Judas III:

Eine Person mit verschiedenen Seiten - mit guten, hellen aber auch mit schlechten, dunklen. Die Frage, die sich der Malerin stellt: Beeinflusst die helle, gute Seite die dunkle? Oder umgekehrt: Beeinflusst die schlechte, dunkle Seite die helle? Welches Motiv liegt dem Verrat zugrunde? Ein edles, das aber schlimme Auswirkungen hat? Oder ein schlechtes, das die Erlösung jedoch erst ermöglicht?

 

Zu Judas IV:

Mehr Fragen als Antworten. Auf jeder der Stufen - sowohl auf der dunkelsten und niedrigsten als auch auf der höchsten und hellsten - bleiben Fragezeichen? Warum? Was hat er sich dabei gedacht? Waren es edle Ziele? Oder doch Habgier? Neid? Der Wunsch nach Aufmerksamkeit? Nach Macht? Das Licht der Auferstehung steht über sämtlichen Fragen.

 

Zu Judas V:

Judas zeigt auf Jesus und verrät ihn. Im Kopf kreist das Geld. Das Gesicht von Judas spiegelt jedoch Unwohlsein statt Freude. Gier als Motivation? Auch, meint die Malerin, aber nicht nur. Das Feuer in der Mitte symbolisiert die Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Nähe. Doch im Hintergrund steht schon klar und düster das Kreuz. Die Dornenkrone schwebt über Jesu Kopf. Seine ratlos ausgestreckten Arme fragen nach dem Warum.

 

Zu Judas VI:

Wer kennt das nicht? Gefangen in negativen Gedanken. In Neid, Missgunst, usw. Eigentlich ist es doch so leicht durch ein paar Schritte diese negativen Gedanken zu überwinden, aber manchmal ist das Hindernis, die Mauer, zu groß. Kein Ausbruch ist möglich, der Weg ist vorgegeben. Es gibt keine Möglichkeit sich anders zu entscheiden. Die Malerin kann sich gut vorstellen, dass es Judas so gegangen ist.

 

Zu Judas VII:

Judas erscheint der Malerin als dunkle Persönlichkeit. Der Gedanke an den Verrat an Jesus weckt Wut, die wie die Liebe Rot als Farbe trägt, aber völlig anders ausgerichtet ist. Auch die evtl. vorhandene Hoffnung (grün) auf gute Eigenschaften und der evtl. vorhandene tiefe Glaube (blau), der Judas getrieben haben kann, sind nur minimal und angesichts der Dunkelheit und der Wut ohnmächtig.

Joomla templates by a4joomla